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Friday, July 10, 2009

German Developer ACI Dubai - ACI verzettelt sich in Dubai - Financila Times Germany

source Financial Times

Prominente verkauften ihre Namen für Bauvorhaben in Dubai - jetzt gerät das Projekt zum Skandal. Es geht um geplatzte Immobilienspekulationen, neue Identitäten in Panama - und für Anleger um 600 Mio. Euro.

Promis sind gut. Promis ziehen immer. Daher erblickte, wer vor zwei Jahren ins glamouröse Dubai reiste, überall Plakate eines Projektentwicklers aus dem nicht ganz so glamourösen Gütersloh. Sein Name: Alternative Capital Invest (ACI). Selbst Wolkenkratzer waren mit Riesenpostern bedeckt, die mit den Konterfeis von Promis wie Michael Schumacher, Boris Becker und Niki Lauda für Türme warben, die deren Namen trugen. "Man dachte, die ganze Stadt gehört ACI", erinnert sich Lothar H.

Der Geschäftsmann hat Strafanzeige gegen ACI-Chef Robin Lohmann gestellt. Für ihn geht es um 150.000 Euro. "Lohmann ist ein Betrüger", sagt H. Mit der These ist er nicht alleine.

Rund 600 Mio. Euro will ACI von insgesamt 8.000 Anlegern für Projekte im Scheichtum eingesammelt haben. Doch an den Baustellen stehen die Kräne still, zugesagte Auszahlungen fließen nicht. ACI beschwichtigt - und schießt gegen Kritiker zurück: Man sei Opfer von Internet-Stalking, es liefen Rufmordkampagnen. Nutzer von Finanzforen stießen kritische Recherchen an - und behaupten: Die Chefs von ACI sollen versucht haben, für 750.000 Euro die Flucht aus Dubai nach Panama vorzubereiten, unter fremder Identität. ACI dementiert das. Anlegerschützer sind dennoch alarmiert: "Wir befürchten das Schlimmste", sagt Claudia Lunderstedt-Georgi vom Deutschen Verbraucherschutzring.
Dass es für das Geschäftmodell von Lohmann schwierig ist, liegt auf der Hand. Die Immobilienpreise haben sich in Dubai seit ihrem Hoch halbiert, die Analysten der Deutschen Bank rechnen mit einem weiteren Preisverfall um 20 Prozent. Der Preissturz brach vor allem den so genannten "Flippern" das Genick, den Spekulanten, die Immobilien erwerben und sofort weiterverkaufen. In Boomzeiten brachte das sichere Gewinne: In den USA wie auch in Dubai wechselten Immobilien bis zu zehn Mal zwischen den Flippern, ehe sich der erste Baukran drehte. Bricht der Markt jedoch ein, sitzen die Flipper auf Objekten, die sie nicht wollen. Oder nicht zahlen können.

Den "Master of Flipping" nennen Immobilien-Insider Lohmann im Wüstenemirat. Doch es hat sich ausgeflippert. Ohne Extrakugel. "Hier gibt es leere Häuser und Büros ohne Ende", sagt Esther Stimmler vom Deutschen Wirtschaftskreis in Dubai. Auch ACI-Projekte sind so ins Schlingern geraten. Bei der Auszahlung der Anleger von vier Fonds gebe es "Verzögerungen", gesteht ACI auf seiner Homepage ein, das Kapital sei nur noch "weitestgehend gesichert". Es geht zunächst "nur" um 54 Mio. Euro. Schuld sind die Anderen: Ein Käufer von ACI-Bauten könne angeblich nicht zahlen. Während FTD-Anfragen in den ACI-Büros in Gütersloh und Dubai unbeantwortet bleiben, meldete sich Robin Lohmann am Donnerstag auf der Online-Plattform "Arabian Business" mit den Worten: "Geld zurück ist derzeit keine Option".

Jetzt fahnden mehrere Anwaltsbüros nach geprellten ACI-Investoren. Anwalt Jens-Peter Gieschen aus Bremen, hat nach eigenen Angaben zehn Mandanten gewonnen. "Nach unseren Informationen sind auch bei Projekten, die Investoren als Sicherheit dienen sollen, die Bautätigkeiten inzwischen weitgehend eingestellt", sagt Gieschen. Auch einstige Vertriebspartner des Fonds haben sich von ACI distanziert. Man sehe "dringenden Handlungsbedarf", heißt es in einem Schreiben, dass der FTD vorliegt. Sie haben ein Kontrollgremium eingerichtet und fordern eine Gesellschafterversammlung der Fonds.

Der Berliner Anwalt Sven Tintemann will die prominenten Zugvögel, die die Immobilien bewarben, zur Verantwortung ziehen. Er bastelt nun an einer Klage gegen Schumi, Becker und Lauda.






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